Das Hauptgebäude der SURFWRLD mit einem Wellenbecken

Errichtung mitten in NRW – Nutzung auch als Forschungsanlage

WERNE. Surfen auf über 2 Meter hohen Wellen wie im Meer mitten in Deutschland? Was bisher unmöglich schien wird Realität. Mit der SURFWRLD wird am Ostrand des Ruhrgebiets der größte Surf Park der Welt entstehen. Auf Knopfdruck gibt es dann im Abstand von nur wenigen Sekunden perfekte Wellen. Am 22.09.2020 hat der Bauausschuss der Stadt Werne den Aufstellungsbeschluss zum entsprechenden Bebauungsplan gefasst und damit den offiziellen Startschuss für das Projekt gegeben, das seit rund eineinhalb Jahren vorbereitet wurde. Projektträger ist die private SW GmbH & Co. KG.

In olympiatauglichen bis zu 250 Meter langen und 90 Meter breiten Becken können Anfänger bis Profisportler vor allem dem Wellenreiten nachgehen. Auch andere Wassersportarten sind möglich, denn die Anlage ist multifunktional. Der erste Bauabschnitt mit einem Volumen von etwa 30 Millionen Euro soll schon Ende 2022 in Betrieb gehen. Für die breite Öffentlichkeit ist der Einlass ab Anfang 2023 geplant. Tickets sind schon jetzt unter www.surfwrld.de erhältlich. Der Verkauf für „Early Birds“, die dann gemäß first come/first „surfed“ als erste ins Wasser können, ist letzte Woche angelaufen.

Im Ausland gibt es bereits mehrere solcher Surf Parks, wenn auch deutlich kleinere. Und auch die SURFWRLD ist nicht das einzige Vorhaben dieser Art in Deutschland. Das beunruhigt den Projektträger offenbar nicht: „Mit der Größe der Anlage und der Becken sowie der Wellenqualität und der Olympia-Tauglichkeit surfen wir in einer ganz anderen Liga. Andere Standorte kommen da nicht mit.“ so Carl-Luis Scheer, von der Kommunikation der SURFWRLD. Und weiter: „Gegenüber anderen Anlagen erhält unser Park doppelt so viele Becken, eine fast dreimal so große Wasserfläche und vor allem aber kann man fast viermal so lange am Stück surfen – sogar länger als an vielen Küsten.“ Neben den riesigen Surf Pools wird es unter anderem auch eine breite stehende Welle geben, ähnlich jener im Eisbach in München.

Im Winter wird die SURFWRLD zur Forschungseinrichtung

Daneben warten das Projekt mit einer weiteren Finesse auf. Während andere Anlagen im Winter schließen, ist der Surf Park in Werne fast durchgehend in Betrieb. Ein Teil der Einrichtungen wird auch dann für die Freizeitnutzung verfügbar sein. Die Hauptanlage aber wird jeweils zu Beginn der kalten Jahreszeit in eine wasserbauliche Großforschungseinrichtung umgewandelt. Führende Partner hierbei sind die RWTH Aachen und die Technische Hochschule Köln. Prof. Dr. Holger Schüttrumpf, Direktor des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der RWTH Aachen: „Wir haben die Anlage mit entwickelt. Dabei waren an der RWTH gleich mehrere Fakultäten eingebunden, nicht nur wir Wasserbauer, sondern auch der Fachbereich Architektur und wohl auch demnächst der Maschinenbau.“ Zum wissenschaftlichen Wert der Anlage äußert er sich so: „Die Anlage gibt uns ein weltweites Alleinstellungsmerkmal für die wasserbauliche Forschung. Endlich können wir viele Fragen zur Wellendynamik und ähnlichem in großem Maßstab untersuchen, für die ein Wasserbaulabor zu klein und der Test im Ozean zu gefährlich wären. Denken Sie nur an Offshore-Windkraftanlagen bei Sturm.“ Projektentwickler Dr. Michael Detering, selbst Lehrbeauftragter an der RWTH: „Beide Projektteile sind schon für sich ziemlich cool, erst recht in Kombination.“ Anderen Hochschulen stehe der Forschungsteil ebenso offen, betont er.

Bei Standortwahl waren auch ökologische Gesichtspunkte entscheidend

Tourismus und Freizeiteinrichtungen müssen sich inzwischen auch kritischen Umweltfragen stellen. Dazu Detering: „Natürlich will auch ein Surf Park versorgt werden. Wir speisen unseren aber mit erneuerbarer Energie. Wir verwenden nach Möglichkeit ökologische Baustoffe. Wer bei uns surft, hat keine lange Flugreise in die Karibik. Und wir bauen nicht auf der grünen Wiese, sondern auf einer langjährigen Industriebrache, die dadurch einen ganz neuen Charme erhält.“

Die Wahl des inzwischen aufbereiteten Geländes ist auch ein Grund, warum die begleitenden Umweltgutachten so positiv ausgefallen sind. Dabei liegt der Standort in Nähe der Autobahnen A1 und A2, außerdem in Sichtweite des Flusses Lippe, die in den kommenden Jahren ebenfalls ökologisch aufgewertet wird. Lothar Christ, Bürgermeister von Werne: „Wir freuen uns, dass wir für dieses Areal eine sinnvolle Nachnutzung haben und zudem noch eine solche, die über die ganze Region hinausstrahlen wird. Sie passt außerdem zur benachbarten Marina Rünthe und zur Strukturstärkung des Ruhrgebiets.“

Und wie geht der Projektträger mit der Anlage in der aktuellen Corona-Situation um? „Surfen ist eine der Sportarten, die selbst unter Corona-Bedingungen möglich ist.“, so Detering. Und wenn es zu einem weiteren Lockdown kommt? Die zukünftigen Betreiber: „Dann weiten wir so lange einfach die Forschung aus. Zu tun gibt es auch dort genug.“

Für weitere Informationen und Pressebilder kontaktieren Sie uns bitte unter presse@surfwrld.de

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